Das Wandern ist des Müllers Lust…

… aber nicht des Kindes. Unser Sohn hat nämlich etwas dagegen, im Kinderwagen über Schotterwege und ähnlich unebene Bodenbeläge geschoben zu werden. Taugt ihm gar nicht. Und dann fängt er an zu meckern. Und zu schreien. Und zu quengeln. Und dann beendet man die geplante Wanderung (oder sollte ich sagen: Das geplante Spaziergängelchen) um die Osterseen herum einfach etwas vorzeitig, so nach einem von sieben Kilometern. Immerhin haben wir mit unserem lautstark lamentierenden Kind auf dem Weg vom und zum Auto (insgesamt ca. eine Stunde) allen anderen spazierenden Familien und Rentnern den Sonntagsausflug verdorben. Ist doch auch was, oder? Die Autofahrt durch’s Fünf-Seen-Land und entlang am Starnberger See war aber sehr schön, wie übrigens auch die Osterseen selber, siehe Foto. Wir werden vielleicht nochmal hinfahren, dann aber mit Kind in der Manduca verstaut – da sollte ihm der steinige Weg nichts ausmachen.

Es wird schlimmer und perplexer

Es wird schlimmer:

Mir sind heute auf dem Heimweg ungelogen neun JunggesellenInnen-Abschiede begegnet. Wisst ihr, was das für die Kinderwagensituation Münchens bedeutet? Genau, es werden noch viel mehr, und bald wird die Stadt München aus allen Bussen und U-Bahnen sämtliche Sitze und Haltestangen entfernen müssen, um Platz für die ganzen Kinderwagen zu schaffen.

Immerhin, betrunkene Junggesellenabschiedsmitglieder sind lustige Kunden: Begrüßen dich mit Handschlag und Schulterklopfen, brechen bei jeder angebotenen Sonnenbrille in Begeisterrungsschreie aus und nehmen dann die nächstbeste Brille mit (jeder eine natürlich). So macht Verkaufen Spaß! 🙂

Es wird perplexer

Wie reagiert man idealerweise und ohne völlig die Fassung zu verlieren in folgender Situation:

Recht gut aussehende junge Dame begutachtet einige Rucksäcke; freundlicher Kaufhofmitarbeiter kommt hinzu

Mitarbeiter: Grüß Gott, kann ich Ihnen behilflich sein?

Junge Dame (mit übertrieben hoher Stimme): Ahaaaaaa, nein, ich geh jetzt erstmal pullern!!

Mitarbeiter: O_o

Junge Dame: (rauscht ab richtung WC)

Ja bitte??? Ich weiß selbst nach längerem Überlegen keine Reaktion, mit der man die Situation rettet und cool und lässig aussieht. Echt nicht. Was laufen denn hier bitte für Leute rum?

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PS: Brezn vom Vortag sind nur mit großen Schlucken Weißbier (nicht vom Vortag!!) zu genießen.

Kinderwagen, Kinderwagen, Kinderwagen

OK, es nimmt einfach kein Ende.

Freitag, 18. Juli 2008, Kundentoilette im Kaufhof Marienplatz. Menschenmassen tummeln sich auf den WCs, mehrere Kunden versuchen sich gleichzeitig durch die schon verstopfte Tür des Männer-WCs zu drängeln, auf der Frauentoilette herrschen tumultartige Zustände, es bricht Panik aus.

Der Grund: Drei überdimensionier… Äh, drei Frauen mit überdimensionierten Kinderwagen versuchen gleichzeitig den Toilettenbereich zu verlassen. (Ich möchte anmerken, dass es nur EINEN Wickelraum gibt, wo kommen die also bitte zur selben Zeit her???) Die Wagen verkeilen sich, verzweifelt rütteln und ziehen die Damen an ihren Gefährten, es bewegt sich minutenlang nichts. Irgendwann löst sich der Stau, der eine Kinderwagen überrollt halb das Tischchen der Klofrau und endlich, endlich bahnen sich die Dinger ihren Weg in die Freiheit und die Menschenmassen stürmen erleichtert hinterher.

So, und nun mal weiter: Was sind das eigentlich für Geräte, die heute unter dem Begriff „Kinderwagen“ verkauft werden??? Die haben nicht viel mit den vierrädrigen Kinderwiegen gemeinsam, die ich aus meiner Kindheit *hust, hust* kenne. Die Teile haben bis zu acht (!!) Räder, einzeln lenkbar, luftgefüllte Reifen mit mehr Zoll als unser Auto, unzähligen Taschen und Ablagefächern, Platz für die gesamte Kelly-Family und wahrscheinlich haben sie auch Klimaanlage, eine 5000 Watt Bassmaschine und ein GPS-Navigationssystem mit Internetzugang. Und dann WUNDERN SICH DIE LEUTE, DASS DIE TEILE DURCH KEINE (Bus-, Bahn- oder Klo-) TÜR MEHR PASSEN!!!

Wenn ich eine neun Meter lange Luxus-Limo fahren würde, würde ich ja auch nicht versuchen in die Tiefgarage der Oper zu fahren!!! Dann muss man sich halt etwas anpassen und entweder die passende Familienkutsche kaufen (Mercedes bietet da nur wenig schlechter ausgestatte Minivans an) oder halt alles zu Fuß gehen 😛

Und wieso GIBTS überhaupt so viele Kinderwagen? Ich dachte, Deutschland ginge langsam aber sicher der Nachwuchs aus? So wie ich das sehe, gibt es mehr als genug Nachwuchs, und bei dem Fahrzeug-Niveau, welches dieser Nachwuchs schon im Alter von 8 Wochen vorlegt, sieht das mit CO2 Einsparen später eher schlecht aus. So wie die jetzt schon rumgefahren werden, steigen die in der Grundschule auf nen Golf, im Gymnasium auf ne S-Klasse und danach gleich auf die Stretch-Limo um – und versuchen DAMIT dann in jede Tiefgarage reinzukommen, nach dem Motto „hat ja früher auch geklappt.“

Kinderwagen die Zweite

Ach ja, da war noch was.

Habe heute im Bus knapp 10 Minuten an einer Haltestelle stehend verbracht, weil drei Damen nicht in der Lage waren, ihre Kinderwagen vernünftig im dafür vorgesehenen Bereich im Bus unterzubringen, so dass dann irgendwann der Busfahrer wütend auf serbokroatisch (oder so) schimpfend nach hinten kam und die Sache geregelt hat.

Kaum war er dann wieder vorne auf seinem Stuhl angekommen, taucht vor dem Bus die vierte Mutter samt viertem Kinderwagen auf und will auch noch rein. Die sieht, dass an der mittleren Tür alles voll ist und rennt natürlich sofort zur hinteren Tür (wo aber kein Platz für einen Kinderwagen ist). Der Busfahrer sieht das im Spiegel, springt wie ein Derwisch zur Tür raus, rennt nach hinten und erklärt der Frau lautstark dass dort kein Platz für ihren Kinderwagen sei, und sie gefälligst draußen auf den nächsten Bus warten soll. Die war dann ob dieses fulminanten Wutausbruchs erstmal etwas geschockt und hat sich kleinlaut ins Wartehäuschen verkrümelt… 🙂