Die Lage der Nation

Hier mal ein kleines Update, was bei mir zur Zeit ansteht: Habe jetzt in zwei verschiedenen Schulen Arbeit gefunden. Ich werde dort – leider ohne Bezahlung – die DeutschlehrerInnen ein wenig unterstützen. In der St. Andrew’s Cathedral School mitten in Sydney war ich letzte Woche schon einen Tag und habe mal bei zwei achten Klassen reingeschaut, ab nächster Woche soll ich wohl mit einzelnen Schülern oder kleinen Gruppen aus der 11. und 12. üben, um sie auf’s Abi-äquivalente „Higher School Diploma“ bzw. auf den „International Baccalaureate“ vorzubereiten. Daneben schreibe ich noch Musterlösungen für Abi-Aufgaben bzw. mache Tonaufnahmen davon für den mündlichen Prüfungsteil. Hierbei werde ich mich, da ich trotz größter Bemühungen immer zu schnell für die armen Aussies rede, vermutlich meines PCs samt Audacity bedienen, um die Aufnahmen künstlich zu verlangsamen. Außerdem kann ich in höherer Qualität aufnehmen als mit den klassischen Kassettenrekordern.

Im Monte Sant‘ Angelo Mercy College in North Sydney werde ich, so wie’s aussieht, in den ganz normalen Unterricht gehen und dort mit den Deutschlehrern zusammen (oder auch alleine, das weiß ich noch nicht) die normalen Stunden gestalten oder ein wenig mit „Muttersprachlerdeutsch“ aufpeppen. Hier stehen auch vornehmlich die höheren Jahrgangsstufen, also 10-12 sowie die Vorbereitung auf Higher School Diploma und IB auf dem Programm.

Was bei beiden Schulen toll ist: Die technische Ausstattung. In St. Andrew’s gibt es, so wie ich das bisher gesehen habe, anscheinend in fast jedem Klassenzimmer einen Beamer mit SmartBoard, außerdem hat man mir gleich mal einen eigenen Schreibtisch im Büro des German Departments freigemacht. Nicht schlecht, oder? Vergleiche ich das mit den überfüllten Lehrerzimmern in deutschen Gymnasien, wo nichtmal alle Lehrer des Kollegiums auf einmal reinpassen (geschweige denn ein paar Praktikanten, die ihr Pflichtpraktikum absolvieren), kann ich nur staunen. Fairerweise muss man an der Stelle aber auch erwähnen, dass es sich bei beiden Schulen um Privatschulen handelt (die hier in Autralien geschätzte 50% aller Schulen ausmachen), an denen pro Schuljahr bis zu $20.000 Schulgeld gezahlt werden muss. Irgendwo muss das ja auch bleiben…

Insgesamt bin ich vier Tage pro Woche an den Schulen, was mir noch ein paar Tage Zeit für die Besichtigung von Sydney und Umgebung oder fürs Schreiben von Musterlösungen und dergleichen lässt. Etwas unangenehm ist lediglich die Tatsache, dass der Unterricht um 8.30 Uhr beginnt, d.h. ich muss den Zug um 7.00 Uhr früh nehmen und entsprechend zeitig aufstehen. Das bin ich ja nun gar nicht gewöhnt… immerhin hat sich mein Tagesrythmus hier ohnehin auf ’s Aufwachen zwischen sechs und sieben Uhr in der Früh eingependelt, so dass es kein ganz so großes Drama ist – dennoch lästig.

So viel für heute, wenn die Tage mehr zu berichten ist, werde ich das tun. Ansonsten fleißig mein Twitter-Gedöhns lesen, minütlich aktuell in der oberen rechten Ecke dieser Seite!

Von Martin

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