Der frühe Vogel…

Etwas verspätet hier der Bericht zum Trip vom vergangenen Wochenende. Wir sind letztes Wochenende nach Husskisson in der Jervis Bay gefahren, was ca. zwei Autostunden südlich von Sydney liegt. Auf der Fahrt dorthin (über den gigantischen „Princess Highway“, der in etwa die Dimension einer einfachen deutschen Staatsstraße hat) haben wir in Kiana Halt gemacht. Kiana ist ein nettes kleines Örtchen, dass auf Grund eines „Blowholes“ einigermaßen bekannt ist. Dieses „Blowhole“ ist eine Höhle mit Loch in der Decke direkt am Meer. Wenn nun unten in die Höhle Wasser reinschwappt, kommt es oben mit mächtig Druck wieder heraus und schießt mehrere Meter hoch in die Luft. Theoretisch zumindest. Praktisch war es leider ziemlich windstill, von daher gabs keine Wellen und auch kein blow im hole. Dennoch hat man von den Felsen rund um’s Blowhole eine fantastische Aussicht gehabt, und auch der kleine Leuchtturm dort ist sehr hübsch. Bilder sind schon seit Sonntag abend auf Flickr zu finden, da schaut ihr ja alle regelmäßig rein, nehme ich an…

Danach ging es dann weiter durch die malerische Landschaft und ein paar kleine Weinberge nach Süden, wobei wir auch durch die Bilderbuchstadt Berry kamen. Scheint so etwas wie das Rentnerparadies zu sein, mit furchtbar kitschigen aber total netten alten Häusern, Pubs und Hotels. Wäre definitiv etwas für eine Fotosession bei Sonnenuntergang… In Husskisson angekommen mussten wir uns dann gleich beeilen, um es rechtzeitig zum Dolphin Cruise zu schaffen. Dabei fährt man gute zweieinhalb Stunden lang mit einem Schiff durch die Jervis Bay und sucht nach Delfinen, die dort das ganze Jahr über heimisch sind. Die Kerle sind wirklich putzig, und ich habe noch nie so sehr wie an dem Tag ein Tele-Objektiv vermisst… die meiste Zeit waren die Delfine nämlich mindestens 50, wenn nicht gar 100m weit entfernt, so dass ich mit meinem Weitwinkel-Normalbereichs-Zoom nicht wirklich viel ausrichten konnte. Dafür hat sich aber der Polfilter „bezahlt“ gemacht (danke nochmal an Michael für das nette Geschenk!), denn er verhalf mir nicht nur zu schönen blauen Himmeln, sondern ermöglichte es auch, einen in der Bugwelle des Bootes „surfenden“ Delfin durch die reflektierende Wasseroberfläche hindurch zu fotografieren. Es lebe der Röntgenblick! 😉

Am frühen Abend sind wir dann etwas durch das „Hinterland“ der Bucht gefahren. Mir hat die Gegend unglaublich gut gefallen, sie hatte etwas von einer Kreuzung aus Busch, Steppe und Küste (was sie ja letztlich auch ist) und wirkte im Licht der Abendsonne besonders malerisch. Wir haben dann noch einen kurzen Spaziergang am Hyams Beach, dem angeblich weißesten Strand Australiens eingelegt. Leider wirkt er auf den Fotos – vermutlich auf Grund der Tageszeit – nicht ganz so weiß, wie er in Wirklichkeit ist.

Abends ging es dann auf ein paar Tooheys und ein fantastisches Rindersteak ins örtliche Pub. Hier haben wir dann den Entschluss gefasst, am nächsten Morgen um sechs Uhr angeln zu gehen. Ich weiß nicht, ob der Alkohol dran schuld war, aber erstens hat ja schon das Fischen am Georges River letztens viel Spaß gemacht, und zweitens wollte ich ohnehin schon immer ein paar Bilder in der „blauen Stunde“ vor Sonnenaufgang machen.

Am nächsten morgen hieß es dann also um 5.30 Uhr aufstehen. Nach einer Tasse Kaffee und Tee als Stärkung für Ben und mich ging es dann um kurz vor sechs los zum Hafenbecken. Unmengen (vor allem kleine) Fische tummelten sich im Wasser und fraßen uns jeden Köder binnen Sekunden vom Haken – ohne jedoch selbst dran hängen zu bleiben. So haben wir in einer guten Stunde eine ganze Tüte gefrorener Garnelen und eine Tüte Würmer durchgebracht, ohne etwas zu fangen. Dafür habe ich erstmals einen Rochen beachtlicher Größe , mindestens einen Kugelfisch und etwas, von dem Ben meinte, es sei ein kleiner Tigerhai, „life“ und in freier Wildbahn gesehen! Wow… vor allem der Rochen war beeindruckend. Dazu gabs dann noch ein paar schöne Fotos vom Sonnenaufgang bzw. der Zeit kurz davor, die mich zu dem Entschluss geführt haben, demnächst öfter mal zur blauen Stunde fotografieren zu gehen – dann aber mit Stativ.

Nach einem ordentlichen Frühstück ging es dann auf den Heimweg, wobei wir hier noch einmal einen kurzen Stopp in Kiana (beim Blowhole war leider immernoch nichts los) und in Stanwell Tops eingelegt haben. Es handelt sich dabei um eine Art Aussichtspunkt am Rande eines Nationalparks, von dem aus normalerweise Drachen- und Gleitschirmflieger in Massen starten, um dann unten am Strand zu landen. Leider hatten die an dem Tag anscheinend Urlaub. Dennoch: Auch hier wieder eine beeindruckende Aussicht.

Kurzum hatte ich ein fantastisches Wochende und freue mich schon auf die geplante nächste Fahrt gen Süden. An der Stelle auch mal ein ganz dickes Dankeschön an Ecki und Sharyn, die mich nicht nur die ganze Zeit bei sich beherbergen und verköstigen, sondern es an den Wochenenden auch ermöglichen, dass ich mehr vom Land als nur Sydney sehe. Danke dafür!

PS: Am Sonntag wollen wir zu einem Rugby-Spiel gehen, worauf ich schon ziemlich gespannt bin. Cricket, dem zweiten Nationalsport hier, kann ich bisher nicht wirklich viel abgewinnen (was ist das auch für ein Sport, bei dem ein Spiel bis zu fünf Tage dauern kann), aber bei Rugby gibts ja doch immer ordentlich Action und was zu sehen.

Fishing Extravaganza

Puh, ein Tag voller Sonne. Waren heute Angeln. Haben uns an einem Fluss in der Nähe ein kleines Motorboot gemietet, und sind damit rumgetuckert und haben an der einen oder anderen Stelle die Angeln ausgeworfen. Ich habe bisher noch nie geangelt, von daher wars auch ohne Fische schon interessant. Zwei Minuten, nachdem ich das erste mal die Angel ins Wasser gehängt habe, hat dann auch sofort ein Fisch – wir haben ihn als „Red Snapper“ identifiziert – angebissen! Der Wahnsinn. So viel Glück hat man wohl eher selten, und so blieb es dann auch nur bei diesem einen Fisch. Immerhin waren wir wohl an der richtigen Stelle, denn ungefähr sechs oder sieben Garnelen, die wir als Köder verwendet haben, wurden uns einfach so vom Haken geklaut – leider blieben die entsprechenden Fische nicht an ebenjenem hängen.

Ansonsten war es ein wirklich netter Tag, es hat schon was, mit einem Bötchen so im Sonnenschein herumzutuckern und die Landschaft und den blauen Himmel zu genießen. Diverse Fotos findet ihr wie gewohnt bei Flickr, ich lade ja immer fleißig alles hoch. Den Fisch haben wir nach kurzer Verweildauer bei uns an Bord in einem Eimer dann wieder zurück ins Wasser geworfen. Er ist zwar essbar und soll wohl sehr gut schmecken, aber erstens wird die Familie von einem Fisch nicht satt, und zweitens war es wohl noch ein Jungtier, das man sowieso nicht fangen durfte. Auf dem Foto lässt sich übrigens die Farbe nicht wirklich erkennen – der Fisch war silber und oben rot, mit rötlichen Streifen an der Seite und roten Flossen. Außerdem hatte er einen imposanten und vor allem ziemlich spitzen Kamm auf dem Rücken. Vielleicht sollte man, wenn man wirklich was fangen will, besser morgens um sechs oder abends wenn es dunkel wird losziehen, aber dann hat man natürlich nix von der Sonne.