Evernote

Nachdem ich letzte Woche ja schon von Genie Timeline geschwärmt habe, kommt hier die nächste Software-Empfehlung von mir. Es geht um Evernote, ein cross-platform Notizprogramm.

Evernote läuft auf Windows PCs und Macs sowie auf fast allen mobilen Geräten, wie iPhone, iPod touch, iPad, Android, Palm, Blackberry etc. Die Idee dahinter ist einfach, aber genial: Alle Notizen, die man im Programm speichert, werden autmatisch in die cloud (um mal das neueste Modewort zu verwenden) geladen und mit allen anderen Geräten synchronisiert. Wenn mir also unterwegs einfällt, dass ich noch dieses oder jenes erledigen muss, mache ich mir auf dem Handy eine Notiz in Evernote und habe diese dann automatisch zu Hause auf dem Computer. Dabei ist Evernote nicht auf reine Textnotizen beschränkt, sondern man kann auch Fotos und Sprachmemos „notieren“ und diese (z.B. auf dem iPhone mittels GPS) mit Ortsangaben versehen. Das ganze sieht auf dem PC dann beispielsweise so aus:

Das Programm sieht ein bisschen so aus, wie die Vertikalansicht mancher eMail-Clients. Links hat man die grobe Übersicht, in welcher man – wie bei mir z.B. „Uni“ – unterschiedliche Notizbücher anlegen kann. Hier finden sich auch gelöschte Notizen und die Rubrik Schlagwörter, mit Hilfe derer sich Notizen besser ordnen und später über die Suchfunktion schneller finden lassen. In der mittleren Spalte wird dann das gerade gewählte Notizbuch angezeigt und ganz rechts kann man eine einzelne Notiz – hier gerade eine Literaturrecherche – ansehen. Die Notizen lassen sich mehr oder weniger frei formatieren, auch Hyperlinks sind möglich. Wie man sieht lassen sich sogar Bilder in die Notiz einfügen bzw. werden automatisch eingefügt, wenn man den Inhalt einer Webseite als Notiz speichert.

Auf dem iPhone (hier mal stellvertretend für alle mobilen Geräte) sieht das ganze sehr ähnlich aus, allerdings wird aus Platzgründen immer nur eine Spalte des Hauptprogramms dargestellt. Anbei mal obige Notizen auf dem iPhone. Ein Tap auf die jeweilige Notiz zeigt diese dann vollständig an.

Unten findet sich, wie bei fast allen iPhone Apps, eine Art Navigation, welche weitgehend der linken Spalte der Windows-Version entspricht. Über das große blaue Plus-Symbol lassen sich neue Notizen erstellen, was einen dann zu folgendem Bildschirm führt:

Hier kann man zunächst auswählen, in welchem Notizbuch die Notiz gespeichert werden soll, und ob ein Bild (bestehend oder neu) oder eine Sprachnotiz aufgenomen werden soll. Auch Schlagwörter sowie Standortangaben lassen sich hier vornehmen. Mit einem Tap auf das kleine Tastatur-Icon wandeln sich die grauen Felder in die gewohnte iPhone-Tastatur um und man kann seine Notiz verfassen.

So weit so gut, ich habe Evernote (was ja bei Leibe keine brandaktuelle Neuigkeit ist) schon länger auf dem PC und auf dem iPhone installiert und auch ab und an (mehr oder minder regelmäßig) verwendet. Was es in meinen Augen jetzt aber zu einer der praktischsten Apps überhaupt macht ist der Evernote Web Clipper. Dabei handelt es sich um eine Extension für alle handelsüblichen Internetbrowser (Firefox, Safari, Chrome, IE), welche ein kleines Evernote-Icon in der Symbolleiste des Browsers plaziert.

Mit Hilfe dieses Icons lassen sich ganze Webseiten bzw. der gerade auf einer Seite markierte Text (und auch Bilder, wie wir oben gesehen haben) mit einem Klick als Notiz zu Evernote hnizufügen. Somit kann man sich Inhalte aus dem Web, seien das nun interessante News, Kochrezepte oder, wie in meinem Fall, Literaturangaben aus einer Datenbank blitzschnell und ohne größere Umwege auf den heimischen PC und das Handy ziehen. Genial.

Das Beste noch zum Schluss: Evernote ist komplett kostenlos. Es gibt allerdings eine kostenpflichtige Premiumversion ($5 im Monat oder $45 im Jahr), welche folgende Vorteile bietet: 1GB statt nur 60MB pro Monat Traffic für Notizen und Dateien, Upload aller Dateitypen statt nur Bild-, Ton-, Handschrift- und PDF-Dateien erlaubt, besserer Support, Texterkennung auch in PDFs sowie Werbefreiheit (wobei mir selbst in der kostenlosen Version keine großartige Werbung aufgefallen ist). Wer’s wirklich viel und insbesondere für Bilder nutzt mag beim Traffic an die Grenzen der kostenlosen Version stoßen, für mich (der ich fast ausschließlich Text synchronisiere) waren die 60MB/Monat bisher absolut ausreichend.

Backup-Software: Genie Timeline

Ich bin bzw. war schon längere Zeit auf der Suche nach einer vernünftigen und vor allem bequemen und „wartungsarmen“ Backup-Lösung. Mir ist wichtig, dass meine Fotos, Dokumente etc. möglichst schnell nach Erstellung gesichert werden, und das bitte ohne, dass ich ständig die Backup-Software starten muss. Habe mir daher die üblichen Verdächtigen wie beispielsweise Acronis TrueImage mal angesehen und bin am Ende bei der Windows-eigenen Sicherung hängengeblieben. Viel mehr als die können kommerzielle Backup-Programme nämlich auch nicht: In definierten Abständen vorher festgelegte Ordner kopieren. Was mich daran immer gestört hat ist das folgende „Regen oder Traufe“ Problem. Entweder ich wähle ein möglichst kurzes Backup-Intervall, zum Beispiel einmal täglich, dann habe ich meine Daten immer auf dem aktuellsten Stand, das geht aber zu Lasten der Benutzbarkeit, da die Backup-Kopiervorgänge immer signifikante Leistungseinbußen bei der Bildbearbeitung etc. bedeuten. Oder aber ich wähle einen Zeitabstand für die Backups, der möglichst wenig mit meiner Arbeit am Computer konfligiert, meinetwegen einmal pro Woche am Sonntagabend, dann habe ich aber das Problem, dass. 1. der PC in der Zeit laufen muss und 2. meine Daten nur in recht großen Abständen gesichert werden.

Genie Timeline geht nun einen etwas anderen Weg und umgeht damit die beiden obigen Probleme: Ähnlich wie Apples TimeMachine (glückliche Mac-Benutzer, die das frei Haus bekommen) erstellt es nicht komplette Backup-„Blöcke“ zu bestimmt festgelegten Zeiten, sondern überwacht permanent die Veränderungen an den zu sichernden Daten (i.d.R. vorher festgelegte Laufwerke oder Ordner). Wenn Dateien hinzugekommen sind oder verändert wurden merkt Genie Timeline dies und sichert die neuen Dateien. Beim ersten Mal muss man natürlich einmal alles komplett kopieren, danach läuft es permanent im Hintergrund und sichert (übrigens recht ressourcenschonend) die Änderungen. Den aktuellen Status des Backups kann man sich im Programm anzeigen lassen, über den sogenannten „Timeline Explorer“ kann man sich auch den Stand des Backups zu einer bestimmten Zeit/an einem bestimmten Tag ansehen.

Einen Nachteil hat diese Art der Sicherung natürlich: Wenn ich ein normales Backup-Programm verwende, kann ich mehrere Backup-Versionen parallel halten, so dass ich Zugriff auf unterschiedliche Dateiversionen habe oder auf Dateien, die ich vor einiger Zeit schon gelöscht habe. Dies ist bei Genie Timeline nur eingeschränkt (aber immerhin!) möglich. Ich persönlich kann aber damit leben, und mir ist die unkomplizierte und vor allem ständig aktualisierte Art des Backups von Genie Timeline lieber als ein Programm, dass nur alle paar Tage sichert und dann gigabyteweise Daten schaufeln muss. Ein weiterer Nachteil: Genie Timeline kostet ein paar Euro, der Preis ist aber absolut vertretbar und die Sicherheit meiner Daten ist mir das schon wert. Wer’s ausprobieren möchte: Es gibt eine uneingeschränkt nutzbare Testversion, mit welcher man das Programm für 30 Tage ausprobieren kann. Ich kann’s jedenfalls nur empfehlen.

Our latest creation

Da ist es also nun, nachdem alle Welt schon Wochen und Monate darüber spekuliert hat: Das Apple iPad. Ein Tablet-„Computer“ mit knapp 10″ großem Touchscreen, 16-64GB Speicher und einer CPU mit genug Leistung, um (fast-)HD-Videos flüssig wiederzugeben. Dazu das aus dem iPhone bekannte Betriebssystem inklusive aller Späße wie Bewegungssensoren, Mutlitouch-Gesten etc.

Die Idee, ein nicht zu großes, einfach zu bedienendes Gerät zu haben, mit dem man Filme ansehen, ebooks lesen, Mails schreiben und im Internet surfen kann ist ziemlich klasse, und das ganze dann auch noch gepaart mit der wirklich intuitiven und kinderleichten Steuerung des iPhones lässt auf ein wirklich geniales Gadget hoffen.

Ich werd’s mir aber trotzdem nicht kaufen. Warum? Nun, zum einen der Preis: Mit knapp 500 USD startet das iPad zwar in Apple-untypisch niedrigen Preisregionen, will man aber das ganze Potential des Gerätes nutzen, so muss man eigentlich zur größten Version (64GB Speicher) mit 3G greifen, und dann ist man bei stolzen 830 USD. Warum die größte Version und mit UMTS? Erstens, wenn ich ein Teil mit so großem Bildschirm mit mir rumtrage, dann will ich auch eine ordentliche Sammlung Videos dabeihaben – da sind 64GB eigentlich eh schon zu wenig, das reicht in HD-Auflösung ja nichtmal für eine Staffel der neusten TV-Serie. Zweitens, wenn ich meine Literatur (und ich hoffe, dass da zu den bisher verfügbaren Büchern auch noch Zeitschriften und Zeitungen dazukommen) schon digital lese, dann will ich auch immer und überall Zugriff auf die neusten und aktuellsten Titel haben. Wenn ich mir erst ein WLAN zum Downloaden der heutigen Zeitung suchen muss, kann ich auch gleich zum Kiosk gehen. Also, die größte, beste, tollste Version, drunter macht’s keinen Sinn. Was aber kriege ich für meine 800 USD? Ein Gerät, dass ungefähr so groß und schwer ist wie ein Netbook, ungefähr das doppelte kostet und nichtmals die Hälfte der Anschluss- und Erweiterungsfähigkeit eines Netbooks bietet.

Damit wären wir beim zweiten Grund, weshalb ich es nicht kaufen werde (und einer Sache, die mich auch beim iPhone desöfteren aufregt). Die mangelnde Ausstattung, was Schnittstellen angeht: USB-Sticks, Speicherkarten, Digitalkamera oder eine externe Festplatte anschließen und schnell meine Daten und Bilder sichern? Nix da, und wenn dann nur mit kostenpflichtigem Zubehör. Diese Daten dann (via USB-Stick, Festplatte, Speicherkarte etc.) an Andere weitergeben? Dürfte wie beim iPhone Fehlanzeige sein. Stattdessen brauche ich immer einen extra Computer, um das iPad mit neuen Daten zu versorgen (oder ich kaufe sie online im iTunes/iBook-Store, das geht aber natürlich nur mit Musik, Apps und Büchern).

Letzteres ist auch der Grund, weshalb das iPad in meinen Augen auch nicht wirklich als „Computer for the masses“ für Oma und Opa geeignet ist. Ein Webbrowser, der einen signifikanten Teil der Seiten im Internet mangels Flash nicht richtig darstellen kann, die fehlende Möglichkeit, eigene Dateien (z.B. Bilder) ordentlich zu verwalten sowie diverse andere Einschränkungen dürften bei dieser Zielgruppe wohl eher zu Frustration als einem „Aha“-Erlebnis führen.

Würde das Ding in der größten Ausstattung die Hälfte kosten, oder böte es zumindest ab Werk eine Anschlussmöglichkeit für USB-Massenspeicher und SD-Karten sowie einen ordentlichen Dateimanager dafür, so käme ich wirklich in allergrößte Versuchung. Aber so kaufe ich lieber ein Netbook – auf dem kann ich auch lesen und Videos schauen, der Akku hält auch ordentlich lange und ich kann zumindest unterwegs Date(ie)n austauschen.